Open Space Living – die Kunst des Einrichtens.

Beinahe müsste man die großen Namen der Weltliteratur zitieren; modifizieren.
„Es ist eine allseits anerkannte Wahrheit, dass…“ …Einrichten mehr ist, als einfach nur Möbel in einen Raum zu stellen.
Einrichten, zumindest in der ästhetischen Lesart, ist ein kunstvoller und auch leidenschaftlicher Akt, der als Ziel hat, einen Raum mit individueller Klasse und einem unvermittelten Ausdruck zu erfüllen. Hierzu sind zwei „Dinge“ absolut unabdingbar: ein eigener Stil, der im Raum Ausdruck findet und Möbel, die in Ihrer innewohnenden Schönheit fähig sind, dem Raum Glanz, Gloria und Charakter zu verleihen. Einrichten ist eine Kunstform und so manches Möbelstück ist ein perfektes Kunstwerk. Werfen wir einen Blick auf die hohe Kunst, einem Raum ein Gesicht und in manchen Fällen sogar eine Seele zu verleihen.

 

Von der Kunst zu vereinen und zu trennen

Keine zwei Generationen sind vergangen, dass sich die Welt des Einrichtens aufmachte, sich selbst neu zu erfinden. Keine zwei Generationen sind vergangen, seitdem das Konzept „großformatig Wohnen“ von mutigen Vordenkern sinnbildlich zum Teufel gejagt wurde.
Die Tage von arrangierten Bibliotheksschränken und opulenter Tragik waren gezählt. Standesdünken, generationsübergreifende Nutzung und das Joch der Raumfülle wurden getauscht in mutige Neuaufbrüche und das Element der Leichtigkeit.
Ganzheitlichkeit ist auch noch im Jetzt ein unmittelbares Gut der Kunst des Einrichtens, doch sind wir heute imstande, Individualität und Multiperspektivität in unseren Häusern und Wohnungen den nötigen Raum zu lassen. Das Diktat der Tiefe ist vorbei! Es ist die Zeit der Erhabenheit des eigenen Ausdrucks.
Stilbrüche wurden zum ernsthaften Ausdrucksmittel, die Welt zum Rummelplatz neuer Ideen und Stilmittel und durch eine mutige Prise „Pluralismus“ entsteht eine offene und mutige Mixtur aus verschiedensten Stil-Richtungen, Farben, Formen und Geschmäckern. In der Gegenwart ist ein Teil der hohen Schule des guten Geschmacks und des noch besseren Einrichtens der Mut zum Kontrast und die Lust auf den Zusammenfall von Gegenteilen.

Mit dieser Lust und diesem Mut lassen sich Wohnräume zu einem Werk vereinen und gleichzeitig werden klare und scharfe Trennlinien im Gesamtkonzept betont. Einrichten wurde zum Spiel der Kontraste und zur individuellen Ausdrucksform.
 

Damals. Heute. Morgen.

Das Konzept Einrichten war schon immer ein Spiel mit Dingen der Vergangenheit und Visionen der Zukunft. In jeder Epoche war das Schönheitsideal der Vorgänger größter Quell an Inspiration und gleichzeitig Motivation zum Aufbruch in eine neue Welt. Für viele Designer und Formgeber ist die Überwindung der Perfektion des Gestern der Treibstoff für die Reise in eine unbekannte Zukunft.
Natürlich wohnt dem Vergangenem ein Zauber inne. Ohne Hommage und Retrospektive wäre unser gegenwärtiges Einrichten blutleer und futuristisch kühl. Ohne kühnes Streamline-Design, erhabenes Bauhaus, ohne kitschige Pop-Art und meisterhafte Gute-Form, würden Möbelstücke heute anders aussehen und anders wirken. Klare Formsprache neben üppigen Farben stechen ebenso wie kühler nordischer Ausdruck neben lebendigem hochwertigem Leder hervor. Das Orchester der Schönheit und Ästhetik beruht auf dem Dreiklang aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ohne die Offenheit vorhandene Konzepte zu überdenken und den Mut diese stellenweise zu überwinden, kann kein neuer Glanz, kein neuer Ausdruck entstehen. Die hohe Kunst des Einrichtens ist gegenwärtig die Offenheit die Schönheit des Vergangenen ins Konzept mit einzubinden und der Mut diese Schönheit überwinden zu wollen. 
 

Echte Möbel. Der Wert des Authentischen.

Wir streben nach Echtheit. Wer ertappt sich nicht bei der Frage „Ist das vielleicht wirklich so passiert?“, nach der Lektüre eines spannenden Romans. Wem geht nicht das Herz auf, bei den Geschichten der Helden des Alltags, die uns im bunten Reich von Social Media tagtäglich erzählt werden. Wer sehnt sich nicht nach Originalen, nach Typen, nach Authentizität.
Glaubwürdigkeit und Charakterstärke sind auch in der Gegenwart eine Währung in die wir vertrauen und die uns zutiefst beeindruckt.
Ecken, Kanten und so manche raue Eigenheit sind gern gesehene Abwechslung in einer Zeit, der in mancherlei Hinsicht die Kerle und Typen abhandengekommen sind. Der frische Wind der Abwechslung und die raue Gischt des Seefahrers versprühen den Aufbruch in eine neue Zeit, ein neues Denken. Diese Entdecker-Mentalität und der Mut neue Wege auszukundschaften und diese mit festen Schritten zu beschreiten ist ebenfalls Teil der hohen Kunst des modernen Einrichtens.
 

Die Sehnsucht nach Zuhause.

Die Welt wurde zum Dorf. Und technische Neuerungen haben die Kontinente und auch die Menschen näher zusammengebracht. Fernschreiber, Telefon, Telefax, Handy, E-Mail. Smartphone, VR, AR; unsere Reise in eine multimediale Zukunft ist noch nicht beendet. Neue Technologie erschafft neue Wünsche und Sehnsüchte.
Unsere heutige Zeit ist schneller als die Zeiten vor 50 Jahren. Und diese fortschreitende Geschwindigkeit formt in uns die Sehnsucht nach einer Ruhe-Oase in unserem Zuhause. Natürlich ist unser Anspruch, ein modernes, ein vernetztes, ein digitales Zuhause zu besitzen, davon unberührt. Wir wollen im Jahr 2020 leben und einrichten. Doch ebenso verspüren wir die Lust auf Entspannung und die Sehnsucht nach Einkehr tief in unserer Brust. Die hohe Kunst des Einrichtens ist gegenwärtig die Verbindung von moderner Funktionalität mit der Sehnsucht nach ungestörten Rückzugsorten, die uns Erholung und Regeneration ermöglichen; körperlich wie geistig.